E-MAIL-INFORMATIONSSERVICE: 2026/21
Liebe Listenleser*innen,
wir hoffen alle sind in der vergangenen Woche gut durch die Hitze gekommen und wünschen mit unserem heutigen Newsletter einen guten Wochenstart.
Sollten Sie eigene Veranstaltungen oder Handreichungen zum Theme besondere Schutzbedarfe haben, lassen Sie uns diese gerne zukommen - wird nehmen diese gerne in den Newsletter mit auf.
Wir wünschen einen guten Start in die Woche,
Das SENSA Team
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*** ALLGEMEIN ***
VERANSTALTUNGEN
[Psyche]
SUIZIDALITÄT AUS TRANSKULTURELLER PERSPEKTIVE
11. September 2026, 10:00 - 16:00 Uhr, NTFN Psychosoziale Zentren gGmbH, Hannover
Die Tagung gibt einen Einblick in den aktuellen Stand der Suizidforschung und richtet sich an sozialpädagogische und psychotherapeutische Fachkräfte, die im Umgang mit (möglicherweise) suizidalen Klient*innen stehen.
Zu den Referent*innen gehören u.a. Maria Sundvall (Psychiaterin, Karolinska Instuitut / Stockholm), die zu Unterschieden bei der psychiatrischen Behandlung von geflüchteten und nicht-geflüchteten Menschen forscht. Diana Kloppenburg (Leitende Oberärztin, KRH Psychiatrie Wunstorf) wird einen Workshop zu Handlungspfaden bei Suizidalität geben, Dr. Mechthild Wenk-Ansohn (Psychotherapeutin) und Daniela Finkelstein (Standortleitung PSZ Hannover, Therapeutin) werden zur Selbstfürsorge im Umgang mit suizidgefährdeten Klient*innen sprechen.
Das vollständige Tagungsprogramm wird im Juli veröffentlicht. Die Tagungsgebühr beträgt 85 Euro.
Zur Anmeldung [1]
VERÖFFENTLICHUNGEN
[Gender]
REPORT ÜBERLEBENDE SEXUALISIERTER UND GESCHLECHTSSPEZIFISCHER GEWALT IM ASYLVERFAHREN
Equal Rights Beyond Borders hat den ersten umfassenden Report zum internationalen und europäischen Rechtsrahmen für Überlebende sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt (SGBV) im Asylverfahren veröffentlicht. Der Report deckt alle Verfahrensstadien ab - von der Identifikation Betroffener über die Aufnahmebedingungen bis zur Entscheidung über den Antrag auf internationalen Schutz. Wir hoffen, er ist nützlich für rechtliche Schritte zugunsten Betroffener und Ihre Advocacy-Arbeit.
Zentrale Ergebnisse des Reports:
* Verbindliche völkerrechtliche Verpflichtungen: Die Genfer Flüchtlingskonvention, die UN-Konvention gegen die Diskriminierung von Frauen, die Europäische Menschenrechtskonvention und die Istanbul-Konvention verpflichten Staaten zu früher Identifikation von Betroffenen, geschlechtssensiblen Aufnahmebedingungen und einem diskriminierungsfreien Verfahren. * EU-Recht verpflichtet zu traumainformierter Praxis: Das reformierte Gemeinsame Europäische Asylsystem verlangt von Mitgliedstaaten eine geschlechtssensible und traumainformierte Anwendung aller Verfahrensschritte sowie verpflichtende Schulungen für alle beteiligten Akteur:innen. * Wegweisende EuGH-Rechtsprechung: Der Gerichtshof der Europäischen Union hat klargestellt, dass das weibliche Geschlecht ein angeborenes Merkmal darstellt, das eine Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe begründen kann, die Asyl zuerkannt bekommen kann - und dass systematische Diskriminierung von Frauen in einem Staat insgesamt Verfolgung darstellen kann, auch ohne individuell gezielte Gewalt gegen die einzelne Antragstellerin. * Schutzlücken außerhalb des Asylsystems: Betroffene können unter bestimmten Voraussetzungen ein eigenständiges Aufenthaltsrecht erhalten - etwa nach Artikel 59 der Istanbul-Konvention oder über das Non-Refoulement-Prinzip - doch in der Praxis bleibt der Zugang zu diesen Rechten für viele Betroffene unzugänglich.
„_Ein Recht, das aus männlicher Perspektive gedacht wurde, schützt nicht automatisch, nur weil man Frauen nachträglich hinzudenkt. Solange die patriarchalen Strukturen, die Asylsysteme von Grund auf geprägt haben, bestehen bleiben, ist der Schutz, den wir auf dem Papier versprechen, nur so viel wert wie seine tatsächliche Anwendung - und genau daran scheitert es derzeit. _- Anne Pertsch, Autorin des Reports
Zum Report (englisch) [2]
Austragen [3] | Verwalte dein Abonnement [4] Das Projekt SENSA - Sensibilisierung zu besonderen Schutzbedarfen von asylsuchenden Menschen in Sachsen-Anhalt und Thüringen ist ein gemeinsames Projekt des Flüchtlingsrat Thüringen e.V. [5] sowie des Flüchtlingsrat Sachsen Anhalt e.V. [6] und bietet Angebote in beiden Bundesländern an.
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